Wenn der Schriener zur Bühne wird
Manchmal braucht es keine große Bühne und keine aufwendige Show. Vier Menschen, die Musik im Blut haben, ein paar Instrumente und jede Menge Herzblut reichen völlig aus. Wenn dann noch ein Stück Heggener Kneipengeschichte dazukommt, könnte daraus ein Abend werden, über den man noch lange spricht.
Genau das haben sich Wolfgang Allebrodt, Bernd Schulte, Steffi Schürholz und Tom Tejero vorgenommen. Gemeinsam wollen sie den Gasthof Schriener mit einem musikalischen Kneipenabend zum Beben bringen, wie es ihn in Heggen schon lange nicht mehr gegeben hat.
Alles begann mit einem 60. Geburtstag
Die Idee entstand im vergangenen Jahr, als Wolfgang Allebrodt und Bernd Schulte auf einem 60. Geburtstag für Musik sorgten. Die Gäste waren begeistert, die beiden Musiker hatten mindestens genauso viel Spaß. Warum also aufhören? Seitdem treffen sie sich jeden Donnerstag zum gemeinsamen Musizieren.
Wolfgang Allebrodt ist in Heggen seit Jahrzehnten eine musikalische Institution. Der gelernte Koch hat mit Orgel und Keyboard unzählige Feste begleitet und als Alleinunterhalter für Stimmung gesorgt. Musik war und ist sein Leben. Bernd Schulte aus Sange, im Berufsleben Lkw-Fahrer, gibt am Schlagzeug den Takt vor. Die Trommelstöcke schwang er bereits beim Musikzug Heggen.

Ein Stück Kneipengeschichte lebt wieder auf
Irgendwann stellte sich die Frage: Warum eigentlich immer nur proben? Ein Auftritt musste her. Schnell fiel die Wahl auf den Gasthof Schriener. Für Wolfgang Allebrodt ist das ein Ort voller Erinnerungen. Gemeinsam mit dem kürzlich verstorbenen Josef „Schriener“ Wilmes sorgte er dort immer wieder für musikalische Unterhaltung. „Das erste Mal war sogar schon 1977“, erinnert er sich.
Inzwischen führt Josefs Neffe André Wilmes die traditionsreiche Gaststätte. Ihn wollten die Musiker unterstützen und gleichzeitig wieder richtig Leben in die Kneipe bringen. Ein Abend zum Mitsingen, Lachen, Wiedersehen und Erinnern sollte es werden.
Aus zwei werden vier
Für den perfekten Kneipenabend fehlten allerdings noch eine starke Stimme und eine weitere Gitarre. Da erinnerte sich Wolfgang an zwei alte musikalische Weggefährten: Steffi Schürholz und Tom Tejero. Schon 2018 standen die drei gemeinsam im legendären „Blauen Haus“ in Bamenohl auf der Bühne. Aus dem ursprünglich einmaligen Projekt entstand die Formation „Stefanie Schürholz & the Black Caps“, die unter anderem 2019 beim Kartoffelmarkt in Grevenbrück auftrat. Ein Anruf genügte, und Steffi und Tom waren sofort begeistert, wieder gemeinsam Musik zu machen.

Steffi Schürholz aus Lennestadt ist Medizinische Fachangestellte, steht aber schon lange als Sängerin und Gitarristin in unterschiedlichen Projekten auf der Bühne. Tom Tejero aus Plettenberg, ehemaliger Lehrer, ist ein musikalisches Multitalent. Die Gitarre gehört zu seinen bevorzugten Instrumenten, doch eigentlich kann er fast allem, was Töne von sich gibt, Musik entlocken. Auch mit Profimusikern ist er gerne unterwegs.
Vier unterschiedliche Charaktere, vier musikalische Lebensläufe und eine gemeinsame Leidenschaft. Dass die Chemie stimmt, haben die Proben längst bewiesen. Spaß hatten die vier jedenfalls schon reichlich.

Vier Jahrzehnte Musik und eine spontane Jam-Session
Entstanden ist ein abwechslungsreiches Repertoire mit bekannten Hits aus den 60er- bis 90er-Jahren, auf Deutsch und Englisch. Lieder, bei denen die Füße mitwippen, man die Refrains noch immer mitsingen kann und so manche Erinnerung wach wird.
Drei Sets haben die Musiker vorbereitet. Beim dritten wird es besonders spannend: Dann dürfen auch andere Musiker spontan einsteigen und gemeinsam jammen. Was dabei herauskommt? Das weiß vorher niemand und genau das macht den Reiz aus.
Für den guten Ton sorgt Stefan Schlautmann, ebenfalls ein Neffe des verstorbenen Josef Wilmes. Damit bleibt auch hinter den Kulissen ein Stück Familiengeschichte lebendig.

Eintritt frei, gute Laune erwünscht
Geld verdienen steht bei diesem musikalischen Experiment nicht im Vordergrund. Der Eintritt ist frei, am Ende geht lediglich ein Hut herum. Viel wichtiger ist den vier Musikern ein volles Haus, gute Stimmung und ein geselliger Abend.
Es ist ihr erster gemeinsamer Auftritt in dieser Formation, aber ganz sicher nicht der letzte, wenn es nach ihnen geht. Dafür macht das gemeinsame Musizieren einfach zu viel Freude.
Am Freitag, 20. November, ab 19 Uhr heißt es deshalb im Gasthof Schriener: Türen auf, Musik an und gemeinsam feiern! Eingeladen sind nicht nur die Heggener, sondern auch Musikfreunde aus der gesamten Umgebung. Wer Lust auf handgemachte Livemusik, bekannte Hits und echte Kneipenatmosphäre hat, sollte sich diesen Abend nicht entgehen lassen.
